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Swiss international Coaching Project for Choreographers

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SiWiC 2009 by profession choreographie

13. Schweizerischer internationaler Weiterbildungskurs in Choreographie
27. Juni - 11. Juli 2009 im Tanzhaus Zürich

Künstlerischer Leiter: Philippe Saire
Philippe Saire wurde in Algerien geboren und verbrachte dort die ersten fünf Jahre seines Lebens. In Lausanne, wo seine Familie später hinzog, bildete er sich in zeitgenössischem Tanz aus und besuchte verschiedene Kurse, vor allem in Paris. 1986 gründete er seine eigene Tanzcompagnie, die Cie Philippe Saire. In der Region von Lausanne (Kanton Waadt / Schweiz) angesiedelt, entwickelte die Compagnie ihre kreative Arbeit und beteiligte sich am Aufschwung des zeitgenössischen Tanzes in der Schweiz. Philippe Saire kreierte 25 Produktionen, zu denen Le Palindrome, Don Quixotte, La Haine de La Musique und Les Affluents gehören, die in Europa, Amerika, Afrika und Asien aufgeführt wurden. Insgesamt gab er mit seiner Compagnie über 1000 Vorstellungen in 160 Städten auf der ganzen Welt.

1995 konnte die Cie Philippe Saire ihren eigenen Arbeits- und Aufführungsort, das Théâtre Sévelin 36 in Lausanne einweihen. Saire veranstaltet dort seit 1997 regelmässig das Festival Les Printemps de Sévelin, welches vor allem den jungen Tanzschaffenden gewidmet ist. Die Compagnie tritt auch an Ausstellungen, in Galerien, auf der Strasse und anderen öffentlichen Plätzen auf. Residenzen von Künstlerlnnen ergänzen die Aktivitäten mit dem Ziel, den zeitgenössischen Tanz zu fördern, zu stimulieren und zu entwickeln, und dies sowohl auf lokaler, regionaler wie auf nationaler und internationaler Ebene. 

1998 erhielt Philippe Saire den Grand Prix de la Fondation Vaudoise für die Förderung des Tanzes sowie sein künstlerisches Schaffen. Im gleichen Jahr wurde er mit dem Prix d'auteur der 6. Rencontres Chorégraphiques Internationales (F) für das Stück Etude sur la Légèreté ausgezeichnet. 2004 ehrte ihn Pro Tanz Zürich mit dem Schweizerischen Tanz- und Choreographiepreis.
www.philippesaire.ch

Thema: Clair-Obscur (Tanz der Kontraste)
Tanz lässt sich als Widerstand des Menschen gegen die Überflutung einer auf den Bildschirm abgestützten Kommunikation empfinden. Die Tatsache, dass die Vision eines tanzenden Körpers beim Zuschauer quasi ein physisches Gefühl auslösen kann, ist an sich ein Widerstand. Tanz ist aber auch eine Kunstform, sogar eine der innovativsten unserer Zeit, die sich auf konstanter Suche nach ihrer Sprache befindet.

Der Tanz ist keine klare Ausdrucksform, und das ist genau seine Stärke. Eine Tanzperformance anzuschauen sollte eine Gratwanderung sein zwischen Empfindung und Analyse. Eine Choreographie aufzubauen heisst, bedeutsame Elemente zu zeigen, aber nie die Sinne zu verschliessen, in Momente der reinen Empfindung zu gleiten… dies alles in einem konstanten hin und zurück zwischen den Kontrasten – ein Clair-Obscur.

Im SiWiC wird versucht, die Elemente zu erarbeiten, welche die heutigen Choreographien ausmachen, wie Zeit und Raum. Aber auch die Arbeit mit den TänzerInnen – der Umgang mit ihren Vorschlägen, die Suche nach der Besonderheit ihrer Sprache, ihrer Radikalität – ist ein wichtiger Bestandteil.

Die Grundelemente werden immer mit der Frage konfrontiert, was erzählt werden soll (unabhängig davon, ob es ein abstrakter oder narrativer Tanz ist), und der Suche nach einem interessanten Niveau von Lesbarkeit. Der Tanz hat eine eigene Dramaturgie, er ist jedes Mal erneut zu hinterfragen und von neuem zu erfinden.

Seminar 1:   Symbiose zwischen Choreografie, Kamera und Musik
Wie konzipiert ein Filmemacher einen Tanzfilm? Wie wird eine Choreografie in die filmische Form gebracht? Was unterscheidet den (Tanz-)Film von der Bühnen-Performance? Wie können Tänzerinnen und Tänzer neben dem Tanz zu Schauspielern werden? Wie kann man dem Zuschauer mittels zeitgenössischem Tanz ein Filmerlebnis vermitteln?
Markus Fischer, Drehbuchautor, Regisseur und Produzent hat schon rund 30 Spielfilme fürs Kino und TV gedreht. In Zusammenarbeit mit dem Choreografen Richard Wherlock, Ballettdirektor vom Theater Basel, realisierte Markus Fischer zwei preisgekrönte Tanzfilme: "Passengers" und "One Bullet left".  Beide Filme haben einen starken, narrativen Charakter und sind getanzte Liebesgeschichten, surreales Gernekino zugleich. Tänzer sind bei Fischer immer auch Schauspieler, die beiden Kunstformen Tanz und Schauspiel fliessen ineinander und schaffen einen neuartigen, getanzten Spielfilm - nicht abgefilmter Tanz, sondern Symbiose zwischen Choreografie, Kamera und Musik.

Seminar 2: Management und Finanzierung von Tanzprojekten und Tanzgruppen
Wie organisiert ein freischaffender Choreograph, eine Choreographin die ersten Tanzstücke? Was braucht es, um eine freie Tanzgruppe auf die Beine zu stellen? Welche Verantwortung trägt er oder sie? Wie wird ein Budget erstellt und wie findet man die finanziellen Mittel? Regina Christen, Gründerin und Leiterin des SiWiC und ehemalige Leiterin Tanzförderung der Stadt Zürich, gibt Tipps und Anregungen für den wichtigen Schritt vom Tänzer zum Choreographen, vom Angestellten zum selbständigen Unternehmer. Ein(e) Choreograph(in) ist nicht für sich selbst verantwortlich sondern trägt auch Verantwortung gegenüber den Subventionsgebern, den Theaterleitungen, dem Publikum, den Tänzerinnen und Tänzern und allen anderen Mitarbeitenden (Kostüme, Bühnenbild, Video, Produktionsleitung etc.). Zum kreativen Prozess kommen viele administrative Aufgaben hinzu.

Choreographinnen und Choreographen Caroline Finn, Erick Guillard,
Jean-Philippe Guilois, Jessica Huber, Su-Mi Jang, Shannon Moreno

Tänzerinnen und Tänzer Simone Blaser, Dagmar Bock, Laia Duran Figols, Jessica François, He-Jin Jan, Francesca Peniguel, Erica Rintovitch, Patricia Rotondaro, Rebecca Weingartner, Marta Zollet, Beatrice Kessi (stagiaire), Exequiel Barrera, Slawek Bendrat, Tim Fletcher, Romain Guion, Mathis Kleinschnittger, Andrea Maria Mirabile, Werner Nigg, Reinier Powell Matheu, Ruben Reniers, Sebastian Rowinsky

informal works Einblicke in die tägliche Arbeit der Choreograf/innen mit der künstlerischen Leiterin und dem SiWiC-Ensemble:
Fr, 3. / Mi, 8. / Fr, 10. Juli jeweils 17.30h



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